Verheilte und scheinbar unauffällige Narben können in unterschiedlicher Hinsicht dem Patienten Probleme bereiten. Beispielsweise führen Kaiserschnittnarben oft zu Sodbrennen, Magenbeschwerden, wechselndem Stuhlgang, Dysurie oder Nykturie, aber auch zu unklaren Rückenschmerzen im Lendenwirbelsäulenbereich. Deshalb lohnt es sich, diese möglichen Störfelder genauer zu betrachten und gegebenenfalls zu behandeln.

Die ersten Schritte sind eine fundierte Inspektion, Palpation und Funktionsprüfung der Narbe. Bei der Inspektion und Palpation werden wichtige Aspekte der Narbe dokumentiert. Hierzu gehören z. B. die Beschaffenheit der Narbe mit Angabe der Narbengröße und auch des Narbentyps, die Gewebekonsistenz mit möglichen Ödemen und dem Gewebetonus, die Trophik mit der Durchblutung, der Schweißsekretion und Hauttemperatur sowie die Perzeption mit dem Schmerzempfinden und der Sensibilität. Bei der Funktionsprüfung wird geschaut, ob die Narbe die Beweglichkeit vor allem von Gelenken einschränkt.