Ein internationales Forscherteam konnte erstmals nachweisen, dass Nahrungsproteine eine Immunreaktion in den Peyer-Plaques im Dünndarm auslösen. Die dortigen T-Zellen bilden als Reaktion auf den Kontakt mit den Eiweißen proinflammatorische Zytokine. Bedingt durch die Aktivität des Immunblockers PD-1 sterben diese Immunzellen im gesunden Darm im Rahmen der Apoptose daraufhin ab. Wird dieser Immunblocker gehemmt, wird dadurch nicht nur die Apoptose der T-Zellen unterdrückt. Infolge der Ansammlung der aktivierten Immunzellen können auch Entzündungen im Darm entstehen. In Experimenten mit Mäusen, die eine proteinfreie Diät erhielten, beobachteten die Forscher, dass der Dünndarm atrophierte und die Zahl der aktivierten T-Zellen zusammen mit dem Bestand an Interleukin-10 (IL-10) und Immunglobulin-A (IgA) sank. Umgekehrt zeigte sich, dass bei Patienten mit Morbus Crohn weniger T-Zellen durch Apoptose abstarben als bei Gesunden. Die Wissenschaftler schließen aus ihren Untersuchungen, dass die Apoptose der durch Nahrungsproteine aktivierten Immunzellen charakteristisch für einen gesunden Darm ist. Damit widerlegen sie die bisherige Lehrmeinung, der zufolge die Nahrung keine Immunreaktion nach sich zieht. Autorin: Sabine Ritter