Die Toleranz gegenüber Nahrungsmittelantigenen ist ein aktiver Prozess der Verträglichkeitsbildung, der bereits in der frühen Kindheit beginnt. Er wird durch die Aufnahme von Immunkomplexen über die Muttermilch gefördert und durch die orale Exposition gegenüber Nahrungsmittelantigenen induziert. Verschiedene Studien zeigen, dass eine frühe Gewöhnung an diese Antigene Nahrungsmittelallergien vorbeugen kann. Beispielsweise entwickelten Hochrisikokinder in der LEAP-Studie (learning early about peanut-allergy) seltener eine Erdnussallergie, wenn sie vom ersten Lebensjahr an wöchentlich mindestens sechs Gramm Erdnüsse gegessen hatten. Laut einer aktuellen australischen Studie funktioniert diese Gewöhnung zur Vermeidung einer Allergie auch mit Cashewkernen. Forscher gehen mittlerweile davon aus, dass eine regelmäßige Allergenaufnahme ab der frühen Kindheit vor einer Sensibilisierung schützt und raten daher schon bei Babys zur Zufütterung von erdnuss-, ei- und laktosehaltiger Kost. Die ersten beiden Lebensjahre seien als die kritische Periode für die Toleranzentwicklung zu sehen. Wenn die Mutter bereits während der Schwangerschaft häufige Allergene aufnimmt, könnte dies ebenfalls protektiv wirken. Dies gilt vor allem für Kuhmilch und Erdnüsse.