Lärm macht krank und begünstigt die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Vor allem nächtlicher Verkehrslärm ist gesundheitsschädlich, wie eine internationale Übersichtsstudie unter der Federführung des Zentrums für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz bestätigt. Er erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich mehr als Lärm am Tag. Hauptauslöser ist vor allem die gestörte Nachtruhe, die zu einer Erhöhung des Blutdrucks und zur vermehrten Ausschüttung von Stresshormonen führt. Durch Störung der zirkadianen Rhythmik werden zudem die Gefäße steifer. Als wesentliche Einflussfaktoren dieser Prozesse benennen die Forscher die vermehrte Bildung freier Radikale durch oxidativen Stress und damit einhergehende Entzündungsreaktionen in Gehirn, Herz und Gefäßen. Bei Studienteilnehmern mit bereits diagnostizierter Herzerkrankung verursachte insbesondere nächtlicher Fluglärm ausgeprägte Gefäßschäden. Zudem kamen die Forscher zu dem Schluss, dass sich der Körper nicht an Lärmbelastung gewöhnt. Denn bei Probanden, die bereits Lärmerfahrung hatten, fanden sich im Studienverlauf größere Schäden an den Gefäßen als bei nicht vorbelasteten Teilnehmern.