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Naturheilpraxis 06/2019

Myrrhe – die Gabe des dritten Königs

Myrrhe wird heutzutage vor allem bei Entzündungen und Verletzungen der Mundschleimhaut als Tinktur eingesetzt, da sie desinfizierend, adstringierend und blutstillend wirkt. Traditionell hatte sie jedoch ein breiteres Einsatzspektrum und kann beispielsweise entzündlichen Prozessen entgegenwirken.

Ein Beitrag von Bernd Hertling
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Bei dem Wort „Myrrhe“ denkt man spontan und assoziativ an die Gabe des dritten der Heiligen Drei Könige, die dem neugeborenen Retter der Welt ihre Aufwartung machten1. Unter Gold und Weihrauch konnte man sich schon als Kind etwas vorstellen. Was aber hatte es mit dieser Myrrhe auf sich, fragte man sich – und erstaunlicherweise hatten auch viele Erwachsene keine befriedigende Antwort darauf. „Wohl etwas zum Essen“, hieß es da, „ein Gewürz“, „eine wohlriechende Paste zum Einschmieren wahrscheinlich“. Und tatsächlich ist das alles irgendwie wahr, aber eben nicht ausreichend. Dass es sich dabei um eine Heilpflanze mit uralter Tradition handelt, war nur wenigen Erwachsenen bewusst.

Doch zurück zu den Königen: Die Myrrhe wird traditionell vom schwarzen König überbracht. Ich verwende bewusst dieses Adjektiv aus dem chromatischen Bereich anstelle von dunkelhäutig oder afrikanisch, da es sich dabei um eine Unheil ankündigende Gabe einer eher sinistren Gestalt handelt, ein echtes Danaergeschenk2. Der „schwarze König“ steht für den Archetyp der dunklen Gewalten dieser Erde, die dem Kind ein chthonisch-dunkles Geschenk überbringen.

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Naturheilpraxis 06/2019

Erschienen am 03. Juni 2019