Schwerpunkt
Naturheilpraxis 11/2021

Moxibustion für ein starkes Immunsystem

In Asien wird die Moxibustion traditionell auch zur Behandlung der Tuberkulose eingesetzt. Im Rahmen des britischen Forschungsprojekts "Moxafrica" wird die Wirkung einer täglichen Moxibustion daher seit einigen Jahren begleitend zur medikamentösen Standardtherapie bei Tuberkulose-Patienten sowie in behandlungsresistenten Fällen in Uganda und Südafrika wissenschaftlich untersucht und erfolgreich angewendet. Es hat sich gezeigt, dass die Immunabwehr von dieser Behandlungsmethode messbar profitieren kann.

Ein Beitrag von Sabine Ritter
Lesezeit: ca. 7 Minuten

Die Moxibustion (japan. Mogusa = getrocknete und feingeriebene Beifußblätter; latein. combustio = verbrennen) ist mindestens 3 000 Jahre alt. Von China verbreitete sie sich nach Süd- und Ostasien, wo sie sich zusammen mit der Akupunktur als Behandlungsmethode durchsetzte. In Japan ist die Moxatherapie heutzutage ein eigenständiger Ausbildungsberuf und wird unabhängig von der Akupunktur angewendet. Es gibt eine Vielzahl an Moxibustionstechniken. Zur Stärkung des Immunsystems ist vor allem die direkte Moxibustion untersucht, das in Japan als Okyu bezeichnete Reiskornmoxa (1, 2).

Als Moxakraut wird getrockneter Beifuß (Artemisia princeps) verwendet. Es ist in unterschiedlichen Qualitäten erhältlich. Während grobes Beifußkraut Äste und größere Faserstücke enthält, sodass es sich schlecht formen lässt, unkontrolliert abbrennt, recht heiß wird und qualmt, fühlt sich feines Moxakraut wie Wolle oder Watte an, die formbar ist und gleichmäßig abbrennt (1, 2).

Für Reiskornmoxa (Okyu) benötigt man ein besonders feines Kraut ohne Fasern und größere Partikel. Es wird zwischen zwei Korkplatten oder zwischen den Handflächen zu einem dünnen Faden gerollt, von dem kurze Abschnitte von der Größe eines halben Reiskorns entnommen werden. Diese werden aufrecht auf druckschmerzhafte Punkte direkt auf die leicht angefeuchtete Haut aufgesetzt und mit einem Räucherstäbchen angezündet. Unmittelbar bevor die Glut die Hautoberfläche erreicht hat, wird es zwischen den Fingern ausgedrückt, sodass der Patient nur einen kurzen, heißen, stichartigen Schmerz spürt. Vorübergehend kann sich dabei eine punktuelle Rötung bilden. Bei immunsupprimierten Patienten sollte man das brennende Okyu allerdings bereits ausdrücken, wenn es etwa zu 80 % heruntergebrannt ist (1, 2).

Lesen Sie den vollen Artikel in

Naturheilpraxis 11/2021

Erschienen am 02. November 2021