Die Anwendung von Wärme ist ein wesentlicher Bestandteil vieler Heilmethoden. Dabei wird die thermische Ausstrahlung häufig eher grob- und oberflächig eingesetzt. Es gibt ein Verfahren, mit dem sich die Hitze über sehr unterschiedliche Weisen exakt platzieren und tief ins Gewebe übertragen lässt – die Moxibustion.

Die Moxibustion (japan. mogusa= getrocknete und feingeriebene Beifußblätter; latein. combustio = Verbrennen) ist eine mindestens 3 000 Jahre alte Behandlungsmethode, die ursprünglich aus China stammt und sich seitdem in Süd- und Ostasien neben der Akupunktur etabliert hat. Vermutlich kannte bereits Hippokrates die Moxibustion. Er könnte von Händlern davon erfahren haben, die auf der Seidenstraße ihre Geschäfte mit chinesischen Kollegen machten . Doch das Wissen um den Nutzen dieser Therapieform ging im Lauf der Antike und des Mittelalters in Europa weitgehend verloren. Im 17. Jahrhundert berichteten britische und niederländische Kolonialherren aus unterschiedlichen Regionen Asiens über Therapeuten, die Leiden mittels Moxibustion linderten. Daher konnte man den als Moxakraut bekannten getrockneten Beifuß (Artemisia princeps) zu dieser Zeit wieder auf Märkten in den Niederlanden erwerben (1, 2).