Zur Phytotherapie des Morbus Crohn gibt es vielversprechende Ansätze, die vor allem im Rahmen einer integrativen Begleittherapie zur medikamentösen Behandlung und in Remissionsphasen erheblich zur Steigerung der Lebensqualität der Patienten beitragen können.

In Deutschland leben etwa 120 000 Menschen, die an Morbus Crohn erkrankt sind. Die Inzidenz liegt bei 150 je 100 000 Einwohner. Pro Jahr erkranken etwa sechs bis sieben Personen von 100 000 neu. Meist sind sie bei Erkrankungsbeginn im Alter zwischen 15 und 35 Jahren.

Der Morbus Crohn gehört zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Hierbei handelt es sich um komplexe Barriere-Erkrankungen, die sowohl mit Defekten bei der Erkennung von Bakterien und der Autophagie, als auch mit einer gestörten Funktion der Monozyten einhergehen. Sie ziehen eine Störung der antimikrobiellen Abwehr sowie eine Veränderung des Mikrobioms nach sich. In der Folge siedeln sich im Darm vermehrt Bakterienstämme an, die Darmerkrankungen auslösen, während Keime, die für die Darmgesundheit unerlässlich sind, vermindert sind. So mangelt es oftmals an protektiven Bakterien, die kurzkettige Fettsäuren bilden. Dadurch ist der Schutz der Darmschleimhaut beeinträchtigt und die Darmbarriere geschwächt. Pathologische Bakterien dringen durch die Mukusschicht bis in die Krypten des Kolons vor und induzieren eine Entzündungsreaktion, an der verschiedene Zellen der angeborenen (Granulozyten, Makrophagen, dendritische Zellen) und adaptiven Immunität (T-Zellen) beteiligt sind. Somit trägt die erworbene Dysbalance des Mikrobioms nicht unerheblich zum Krankheitsgeschehen bei (1).