Damit eine Therapie erfolgreich ist, muss vor allem der Behandler von ihrer Wirksamkeit überzeugt sein. Patienten können an der Mimik des Therapeuten sehen, ob er an den Erfolg einer Behandlung glaubt oder nicht – und das hat laut einer amerikanischen Studie großen Einfluss auf die tatsächliche Wirksamkeit. Die Studie wurde mit 194 Personen durchgeführt, denen zufällig die Rolle als Arzt oder Patient zugeteilt wurde. Den „Ärzten“ wurde gesagt, dass es beim Experiment um die Wirkung einer Schmerzsalbe gehe und dass sie den „Patienten“ einmal die Schmerzsalbe und einmal ein Placebo auftragen sollten. Tatsächlich waren beide Salben ein Placebo. Da die Ärzte jedoch von der Wirkung der einen Salbe überzeugt waren, spiegelte sich dies in der Bewertung der Patienten wider: Bei Applikation eines Schmerzreizes bewerteten sie die vermeintliche Schmerzsalbe als hilfreicher und empfanden die Ärzte als einfühlsamer. Die Behandlungen wurden mittels Kopfkameras aus Sicht der Patienten gefilmt. Die Aufnahmen lassen kleinste Veränderungen in der Mimik der Ärzte erkennen, wenn sie von der Wirkung überzeugt waren. Diese subtilen Signale nahmen die Patienten – wohl unbewusst – wahr und assoziierten sie entsprechend mit der Wirkung.