Eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) Heidelberg hat neue Hinweise darauf gefunden, dass der Konsum von Milch und Rindfleisch ursächlich mit der Entstehung von Darmkrebs assoziiert ist. Die Studie nahm die ringförmigen DNA-Elemente der sogenannten Bovine Meat and Milk Factors (BMMFs) genauer unter die Lupe, da frühere Studien bereits einen Zusammenhang zwischen BMMFs und Darmkrebs nahelegten. Die BMMFs können sich in menschlichen Zellen vermehren. In ihrem Vermehrungsprozess bilden sie das Protein „Rep“. Die Studie des DKFZ konnte nun nachweisen, dass die Zellen in nächster Umgebung von Darmkrebstumoren genau dieses Protein enthalten, während es nur selten in Darmzellen gesunder, tumorfreier Patienten gefunden wurde. Außerdem fanden sich bei den Patienten, bei denen das Protein nachgewiesen wurde, entzündungsfördernde Makrophagen und erhöhte Spiegel von reaktiven Sauerstoffspezies (ROS). Diese Makrophagen und ROS fanden sich insbesondere in der Nähe der Darmkrypten, in denen Vorläuferzellen für die Regeneration der Darmschleimhaut produziert werden. Diese Vorläuferzellen sind durch die Makrophagen und ROS mutationsfördernden Einflüssen und chronischen Entzündungen ausgesetzt. Je mehr Entzündungen und Mutationen in den Vorläuferzellen entstehen, desto höher ist das Risiko, dass eine Zelle ihre Wachstumskontrolle verliert und zur Krebszelle wird. Vermutlich wirken die BMMFs und ihr Protein über Jahrzehnte hinweg auf die sich teilenden Zellen der Darmschleimhaut ein. Die Forscher betrachten BMMFs daher als indirekte Krebserreger.

Quelle

ÄrzteZeitung. n.rpv.media/2vq