Schwerpunkt
Naturheilpraxis 12/2022

Mikronährstoffdefizite durch Medikamente

Die Langzeitanwendung bestimmter Medikamente kann signifikante Mikronährstoffmängel verursachen, die den Krankheitsverlauf, die Prognose, Lebensqualität und das Einhalten der Therapien beeinflussen können.

Ein Beitrag von Heike Lück-Knobloch
Lesezeit: ca. 9 Minuten
Pavel Kubarkov / shutterstock.com

Antibabypillen vermindern z. B. die Versorgung mit B-Vitaminen (B6, B12 und Folsäure), können zu reduzierten Magnesiumwerten führen, das Kalzium/Magnesium-Verhältnis beeinflussen und die Menge an zirkulierendem Vitamin E im Blut verringern. Protonenpumpenhemmer (PPI) senken die Aufnahme von Vitamin B12, Kalzium, Magnesium, Eisen und Zink. Aspirin verstärkt den Vitamin-C-Stoffwechsel. Schleifendiuretika erhöhen die Ausscheidung von Kalzium, Magnesium und Thiamin über den Urin. Thiazide steigern die Exkretion von Zink und Vitamin B9. Ein Geschmacksverlust nach der Einnahme des ACE-Hemmers Captopril beruht auf schlechteren Zinkspiegeln. Kalziumkanalblocker beeinträchtigen die Folsäure-Aufnahme über Bindegewebszellen im Zahnfleisch (1, 2).

Niedrige Magnesiumkonzentrationen durch PPI

Die PPI-induzierte Reduktion der Azidität im Gastrointestinaltrakt verringert u. a. die Absorption von Magnesium. Niedrige Magnesiumwerte beeinträchtigen die Muskelfunktion. Ferner ist Magnesium für die Aktivierung von Vitamin D notwendig. Liegen sowohl reduzierte Vitamin-D- als auch Magnesiumspiegel vor, können verstärkt Entzündungen auftreten, die am Muskelschwund beteiligt sind. Ergänzend dazu kann die Einnahme von PPI die Zusammensetzung des Darmmikrobioms verändern, wodurch Entzündungen weiter zunehmen, so deutsche und niederländische Forscher (3).

Lesen Sie den vollen Artikel in