Ein Pressluftmeißel sitzt im Kopf. Er hämmert und klopft und will nicht aufhören. Schmerz, Übelkeit und würgender Brechreiz machen das Dasein zu einer einzigen Qual. An eine Fortsetzung der Tätigkeit ist nicht zu denken. Gerüche, Geräusche und Licht schmerzen. Es hilft nur der Rückzug in die Dunkelheit. Rollläden und Türen bleiben verschlossen. Wenn man Glück hat, ist es nach einigen Stunden vorbei, wenn man Pech hat, dauert der selbstverhängte Hausarrest drei Tage. Die Migräne beherrscht einen. Man ist verloren und isoliert und muss sich um die Kopfschmerzanfälle herum organisieren.

Unter Migräne werden anfallartige, pulsierende, heftige Kopfschmerzen verstanden, die wiederholt und meist halbseitig auftreten und bei körperlicher Betätigung an Intensität zunehmen Durch die Art und Schwere der Symptome kommt es oft zu einer erheblichen Beeinträchtigung der alltäglichen Aktivitäten. Der Begriff Migräne stammt aus dem altgriechischen „hemikrania“ und bedeutet „halber Schädel“. Migräne gehört zu den neurologischen Erkrankungen und ist eine der häufigsten Kopfschmerzformen. Die Prävalenz liegt bei ca. 10 %. Zwischen dem 20. und dem 50. Lebensjahr sind Frauen bis zu dreimal häufiger betroffen als Männer. Insbesondere die Zunahme von Kopfschmerzen im Kindes- und Jugendalter, Prävalenz ca. 5 %, stellt eine bedenkliche Entwicklung dar.