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Naturheilpraxis 10/2018

Migräne: Es geht um Kopf und Kragen

Kopfschmerzen – mehr als zwei Drittel der Bundesbürger leiden darunter; 15 Prozent von ihnen gehen noch in die Schule. Von der chronischen Erkrankung Migräne sind zehn Prozent der Erwachsenen betroffen. Wie stark die Psyche an Attacken beteiligt ist, darüber herrscht Uneinigkeit. Gut für Körper und Seele mag sein: Die Natur bietet neue Behandlungsoptionen.

Ein Beitrag von Martina Schneider
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Meistens leiden Frauen an Migräne. Die chronische Leidenskarriere hat in der Pubertät oder im frühen Erwachsenenalter begonnen, nach dem 40. Lebensjahr und mit der Umstellung in den Wechseljahren nimmt die Zahl der Attacken stetig ab. Auslöserfaktoren für Migräneanfälle sind eher bekannt als deren Ursachen: Zyklusschwankungen und -beschwerden, bestimmte Nahrungsmittel, Stress, grelle Lichtverhältnisse oder Wetterwechsel lösen Attacken aus, als deren Ursache vorrangig eine genetische Disposition diskutiert wird.

In drei Phasen verläuft die Erkrankung, die mit entzündlichen Prozessen an Nerven und Nervenzellen einhergeht:

  • Die Ankündigungsphase (Prodromi) umfasst Stunden bis zu zwei Tagen vor einer Attacke. Die Patientin leidet unter Stimmungsschwankungen, Konzentrationsstörungen, ist reizbar und unruhig, hat kaum Ausdauer. Sie klagt über Geruchs-, Lärm- und Licht-Über­empfindlichkeit, ist müde, hat Heißhunger und in der Folge Verstopfung oder Durchfall, ist nervös, gähnt oft, neigt zur Passivität und sammelt Wasser im Gewebe an. In der Aura (Beginn der Attacke) kommt es zu Flimmern vor den Augen oder zu Sehausfällen, Missempfindungen, Übelkeit, Brechreiz, Schwindel, Doppelbildern, Sprachstörungen sowie Gehstörungen.
  • Während der Kopfschmerzphase schmerzt der Kopf anfallartig, meistens einseitig, heftig pulsierend, zunehmend, je mehr die Patientin sich bewegt. Die betroffene Kopfseite kann wechseln, oder die Migräne greift auf den ganzen Kopf über. Die Begleitbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Lärm- und Lichtempfindlichkeit verstärken sich, der Patient muss sich hinlegen. Auf jeden Fall findet in dieser Phase eine erhebliche Verminderung der Tages-Aktivität statt.
  • In der Rückbildungsphase schwankt die Stimmung erneut, die Patientin ist erschöpft, muss oft Wasser lassen und erfährt manchmal eine Art Euphorie.