Während vorwiegend die mögliche toxische Wirkung von Mikroplastik auf menschliche Zellen untersucht wird, zeigt eine internationale Studie, dass die Partikel auch physikalisch einen negativen Einfluss auf die Zellgesundheit haben können. Entgegen bisherigen Annahmen können die Partikel durch mechanische Einwirkung offenbar doch die Zellmembran schädigen. Da die Zellmembran hochflexibel ist, ging man davon aus, dass ein mechanischer Einfluss keine bleibenden Folgen hinterlässt und sie stets wieder in ihre ursprüngliche Form zurückkehrt. Die Studie hat aufgezeigt, dass dies nur bedingt richtig ist und mechanische Überdehnung die Zellhülle destabilisieren kann. Diese Destabilisierung fördert wiederum Entzündungsreaktionen. In-vitro-Tests mit Mikroplastik-Kügelchen von einem bis zehn Mikrometer Durchmesser offenbarten, dass diese die Zellmembran dauerhaft leicht eindellten. Dadurch nahmen die Membranspannung signifikant zu und die Membranstabilität ab. Bereits durch wenige Mikrogramm Mikroplastik verdoppelte sich die Membranspannung und lag damit nahe an der Grenze, ab der sich die Membran auflöst. Bei weiteren Tests zeigte sich, dass Mikroplastik die Zeit bis zum Aufreißen der Zellmembran signifikant verringerte.

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Scinexx. n.rpv.media/3rp