Trotz seiner einfachen Herkunft avancierte der Sohn einer Bauernfamilie zum ersten Gesundheitspfleger Deutschlands, und seine herausragenden Leistungen brachten ihm 1883 sogar die Erhebung in den Adelsstand ein. Doch der Weg dorthin barg für den „Vater der Hygiene“ einige Schicksalsschläge.

Jugend und Ausbildung

Max Pettenkofer wird am 3. Dezember 1818 auf dem Einödhof Lichtenheim in der Nähe von Neuburg an der Donau geboren. Er ist das dritte von acht Kindern einer Bauernfamilie. Weil das Geld knapp ist, müssen alle in der kleinen Landwirtschaft mithelfen. Über die Erlebnisse in seiner Kindheit wird Max später immer wieder schwärmerisch berichten.
Eine schicksalhafte Rolle spielt sein kinderloser Onkel Franz Xaver Pettenkofer, der nach und nach seine vier Neffen nach München holt und für deren Bildung und Erziehung sorgt. Aufgrund seiner Verdienste als Oberfeldapotheker im napoleonischen Russlandfeldzug wird der Onkel zum bayerischen Hof- und Leibapotheker berufen und besitzt daher eine großzügige Turmwohnung in der königlichen Residenz. In der Hoffnung, aus seinen Neffen ebenso erfolgreiche Menschen zu machen, führt er ein strenges Regiment. So kommt es, dass Max nach der Volks- und Lateinschule schließlich das Wilhelmsgymnasium besucht, das er mit großem Lerneifer abschließt: 1837 erhält er das Abitur mit besonderer Auszeichnung.