Die Auswertung der Daten aus epidemiologischen Studien haben ergeben, dass Patienten noch Jahre nach einer Maserninfektion anfälliger für andere Infektionskrankheiten sind. Jetzt haben Wissenschaftler eine Erklärung für diese postinfektiöse Schwäche des Immunsystems von ehemaligen Masern-Patienten gefunden. Die Auswertung des Antikörperstatus von 77 Kindern in den Niederlanden vor und nach einer Masernerkrankung zeigte, dass die Infektionen einen Verlust von 11 bis 73 Prozent der immunologischen Gedächtniszellen nach sich zieht. Grund scheint die unvollständige Rekonstitution naiver B-Zellen im Anschluss an die Infektion zu sein. Zudem gibt es Hinweise, dass die Erkrankung Teile des unspezifischen und spezifischen Immungedächtnisses löscht. Fachleute führen bis zu 50 Prozent der Todesfälle von Kindern im Zusammenhang mit Infektionen nach einer überstandenen Masernerkrankung auf diese Beeinträchtigung der Immunabwehr zurück. Autorin: Sabine Ritter