Die Früchte der Mariendistel (Silybi fructus) und die Blätter der Artischocke (Cynarae folium) gehören zu den altbewährten hepatoprotektiven Arzneipflanzen. Während von der Mariendistel meist nur das wirksame Silymarin-Gemisch verabreicht wird, verwendet man von der Artischocke in der Regel einen Auszug aller Inhaltsstoffe. Doch welche Patientengruppen mit einer Erkrankung der Leber profitieren von welcher Heilpflanze mehr als von der anderen?

In einer kürzlich veröffentlichten Studie kamen Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass zumindest bei Mäusen unter dem Einfluss von Paracetamol das Ausmaß an Leberschäden durch Silymarin und Artischockenblätter gleichermaßen reduziert werden kann. Die Autoren der Publikation hatten zuvor die Blutwerte von männlichen Mäusen ausgewertet, die entweder nur Paracetamol oder den Arzneistoff zusammen mit Silymarin und/oder Artischockenblättern erhalten hatten. Paracetamol führte bei den Mäusen zu einem Anstieg der Alaninaminotransaminase (ALT), der Aspartattransaminase (AST), der alkalischen Phosphatase (ALP), des Malondialdehyds (MDA) und des Proliferating-Cell-Nuclear-Antigens (PCNA). Gleichzeitig stand weniger Glutathionreduktase zur Verfügung. Im Vergleich zu einer unbehandelten Kontrollgruppe wurden bei den Mäusen, die begleitend zu Paracetamol eine der hepatoprotektiven Arzneipflanzen erhalten hatten, signifikant bessere Blutwerte festgestellt. Der PCNA-Wert lag bei dieser Kombinationstherapie nahezu auf dem gleichen Niveau der Werte der unbehandelten Mäuse. Zudem wurden durch den Wirkstoff geringere Leberschäden verursacht (1).