Eine weit verbreitete Annahme lautet: Sodbrennen ist die Folge von überschüssiger Magensäure. „Je weniger Säure im Magen, desto besser”, so das fatale Credo. Infolgedessen verlassen Patienten nach einem Besuch bei ihrem Hausarzt immer häufiger die Praxis mit einem Rezept für Säureblocker. In vielen Fällen liegt aber kein Überschuss an Magensäure vor, sondern ein Mangel. Dieser kann zu Problemen mit der weiteren Verdauung führen, denn die Magensäure hat daran einen wichtigen Anteil.

Zusammensetzung des Magensafts

Der Magensaft ist eine enzymreiche Flüssigkeit, die von der Magenschleimhaut in den Magen abgegeben wird. Täglich produziert der menschliche Körper je nach Häufigkeit, Menge der Nahrungsaufnahme und Zusammensetzung der Nahrung in etwa zwei bis drei Liter Magensaft. Dieser setzt sich zusammen aus Wasser, Salzsäure, Pepsinogen bzw. Pepsin, Schleim und Bikarbonat. Pepsin spaltet unter Einfluss von Salzsäure Eiweiße zur weiteren Verdauung bereits im Magen auf. Der pH-Wert des Magensafts liegt zwischen 1,0 und 1,5 im nüchternen Zustand, bei einem vollen Magen bei ca. 2 bis 4. Bei Verwendung eines Säureblockers kann der pH-Wert auf über 7 steigen. Eine Erhöhung des pH-Wertes führt zu einer reduzierten Proteinverdauung, das konnte mithilfe von In-vitro-Experimenten nachgewiesen werden.