Fachforum
Naturheilpraxis 11/2020

Lärm schmerzt und macht krank

Es wird nicht leiser in Europa, meldet die EU-Umweltagentur in ihrem Bericht 2020. Gesünder auch nicht: Autos, Flugzeuge, Züge und Industrieanlagen erzeugen immer mehr Lärm, unter dem Millionen Menschen leiden – mit gravierenden Folgen vor allem für das Herz-Kreislauf-System.

Ein Beitrag von Martina Schneider
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Mindestens jeder fünfte Europäer ist in seiner Umgebung gesundheitsschädlichem Lärm ausgesetzt, weist der aktuelle Bericht der Europäischen Umweltagentur (EEA) aus (1). Größter Verursacher ist tagsüber wie nachts der Straßenverkehr. „Schätzungsweise 113 Millionen Menschen in Europa müssen dauerhaft mit einer durch den Straßenverkehr verursachten Lärmbelastung jenseits von 55 Dezibel klarkommen“, resümiert EEA-Lärmexpertin Eulalia Peris. „22 Millionen Menschen sind von einem ungesund hohen Lärmpegel durch Züge, vier Millionen durch Flugzeuge und eine Million von Industrielärm betroffen.“ Die WHO, sagt Peris, empfehle einen Lärmpegel von maximal 53 Dezibel. Bei 55 Dezibel liegt die Lautstärke eines Gesprächs.

Ziel verfehlt

Eine dauerhaft hohe Geräuschkulisse macht Menschen nicht nur krank, sondern lässt sie auch vorzeitig sterben: „Wir schätzen, dass 22 Millionen Menschen auf dem Kontinent sich von einer dauerhaft hohen Lärmbelastung in ihrer unmittelbaren Umgebung stark gestört fühlen.“ Peris listet weiter auf: 6,5 Millionen leiden wegen des Lärms unter schweren Schlafstörungen, 12 000 sterben früher, als sie müssten, durch langfristigen Umgebungslärm. Auch wenn seit der vorherigen EEA-Erhebung aus dem Jahre 2014 größerer Versuche unternommen worden sind, den Lärm zu vermindern, „ist die Zahl der geplagten Europäer nicht gesunken“, stellt Peris fest. „Das EU-Ziel einer deutlichen Lärmverringerung bis 2020 wurde also verfehlt!“ Im Gegenteil rechnet sie damit, dass künftig mehr Europäer als weniger unter Lärm leiden müssen: „Das liegt am Wachstum der Städte und an der wachsenden Nachfrage nach Mobilität.“

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