Panorama
Naturheilpraxis 07/2022

Krebskranke Menschen sind häufig mangelernährt

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Im klinischen Alltag kommt das Thema Ernährung in der Tumortherapie häufig zu kurz. Davon ist Prof. Dr. Sebastian Theurich, LMU-Klinikum, München, überzeugt, denn bei mangelernährten Krebskranken seien die Toxizitäten einer Tumortherapie erhöht und das Gesamtüberleben falle signifikant schlechter aus. Die positive Auswirkung einer ernährungsmedizinischen Intervention belege u. a. die prospektive EFFORT-Studie. Auch die deutschen Leitlinien empfehlen ein möglichst frühes Screening auf Mangelernährung, das den aktuellen Gewichtszustand und -verlauf ebenso klärt, wie Fragen zu Nahrungszufuhr und dazu, wie sich der Krankheitsverlauf auf die Ernährungssituation auswirkt. Das Screening solle Risiken feststellen und Patienten bei Bedarf einen individualisierten Ernährungsplan erhalten. Da Übergewicht und Adipositas mit einer erhöhten Gesamtmortalität assoziiert werden und auch eine chronische Inflammation verstärken, wird eine kombinierte Ernährungs- und Bewegungsintervention empfohlen. Um diese in die Regelversorgung von Krebspatienten zu überführen, soll eine prospektive randomisierte Studie weitere wissenschaftliche Daten liefern.

Quelle

Medical Tribune. n.rpv.media/4ze

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Naturheilpraxis 07/2022

Erschienen am 01. Juli 2022