Krebsforum
Naturheilpraxis 09/2019

Krebs – Wie die Natur schützt und nicht schadet

Den Krebs endgültig besiegen – ein vielleicht unerreichbarer Menschheitstraum: Je weiter die Schulmedizin in der Forschung vordringt, desto heterogener präsentieren sich die verschiedenen Erscheinungsformen der Krankheit.

Ein Beitrag von Angelika Gräfin Wolffskeel von Reichenberg
Lesezeit: ca. 10 Minuten
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Ein Patentrezept zur Lösung dieses Problems wird es vermutlich nicht geben können. Abstrahieren wir aber sinnvoll von den Einzelerscheinungen, eröffnen sich vorbeugende und therapeutisch begleitende Möglichkeiten, dem Risiko des „wilden Fleischs“ mit bewährten Pflanzen im Sinne einer ganzheitlichen Sorge zu begegnen. Krebs ist kein unabwendbares Schicksal.

Organisationsformen: Der Sinn des Lebens?

Das Wesen von Krebs lässt sich verstehen, wenn wir vom gesunden Organismus ausgehend zwei verschiedene Zelltypen mit je spezifischen Aufgaben als die Organisationsform begreifen, die uns und andere Säugetiere bestimmt: Einerseits gibt es die somatischen Körperzellen, andererseits die Keimzellen. Für die Weitergabe der Gene und das Überleben der Art sind Ei- und Samenzellen entscheidend, denn nur aus ihnen können Nachkommen entstehen. Der übergeordnete Lebenszweck der somatischen Körperzellen besteht hingegen darin, die Keimzellen bestmöglich zu unterstützen und zu schützen. Das macht die somatischen Zellen weder zu nachrangigen Zellen – ohne ihr Funktionieren ist Fortpflanzung unmöglich – noch zu reinen Altruisten: Sie verfügen über alle genetischen Daten, die auch die Keimzellen enthalten. Mit dem Schutz der Keimzellen sorgen die somatischen Zellen folglich auch für das Überleben ihres eigenen genetischen Codes (1).

Dieses Organisationsprinzip hat sich evolutionär durchsetzen können, weil jeder somatischen Zelle in sogenannten Wächtergenen Überwachungs- und Reparaturfunktionen eingeschrieben sind (siehe Details im Infokasten).

Registrieren die Wächter Fehler oder Schäden am Erbgut, die die Zelle in ihrer spezifischen Aufgabe oder an der gesunden Teilung beeinträchtigen, wird der Zellstoffwechsel zunächst angehalten und der Versuch unternommen, die Fehler zu beheben. Schlägt der Versuch fehl, opfert sich die Einzelzelle zum Wohle des Organismus. Das ist Teil der genialen Gesundheitsvorsorge der Natur: Statt wild zu wuchern und Organschäden anzurichten, die letztlich die Fortpflanzung des Individuums verhindern könnten, stirbt die Zelle. Bleibt dieser programmierte Zelltod (Apoptose) aus, weil Überwachung und Reparatur nicht mehr (ausreichend) funktionieren, und werden spezielle Onkogene aktiv, wächst die Zelle ungehemmt, vermehrt sich und bildet Abkömmlinge in anderen Körperregionen. Kurz: Wir bekommen Krebs. Das natürliche Gleichgewicht aus Zelltod und -teilung, die Homöostase, geht verloren, eben weil sich Krebszellen nicht mehr in das Organisationsprinzip der somatischen Zellen und Keimzellen einordnen, sondern eine Art eigene Mini-Evolution durchlaufen: Ihr Ziel ist nicht mehr die Sicherung des individuellen Fortpflanzungserfolgs, sondern das Wachstum innerhalb des Organismus (1).

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Naturheilpraxis 09/2019

Erschienen am 02. September 2019