Neben der genetischen Veranlagung, den Ernährungs- und Lebensgewohnheiten gibt es einen weiteren Risikofaktor für die Entstehung eines Kolonkarzinoms: die Zusammensetzung der Darmflora. Das haben italienische Wissenschaftler herausgefunden. Nach einer Analyse der Fäzes aus neun Kohorten unterschiedlicher Herkunft konnten sie 969 Metagenome bestimmen, wobei die Vielfalt bei Patienten mit einem kolorektalen Karzinom größer war als bei anderen Personen. Grund war eine Expansion von Bakterienspezies, die typischerweise aus der Mundhöhle stammen. Sie konnten mit der Gluconeogenese, der Fermentation und der Fäulnis in Verbindung gebracht werden, während bei der Kontrollgruppe eher die Stachyose und der Abbau von Stärke vorherrschten. Insbesondere das Cholin-Trimethylamin-Lyase-Gen dominierte beim Kolonkarzinom. Die Forscher konnten in den verschiedenen Kohorten reproduzierbare Biomarker identifizieren, die mit der Erkrankung korrelierten, und darauf aufbauend ein Vorhersagemodell entwickeln, das als Grundlage für künftige Studien und die Entwicklung von Tests dienen könnte. Autorin: Sabine Ritter