Eine Studie des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) legt nahe, dass das Bildungsniveau eine Schlüsselrolle für den Erhalt der geistigen Fitness im Alter spielt. Die 246 Studienteilnehmer waren in drei Altersgruppen eingeteilt: jung (19–33 Jahre), mittelalt (40–53 Jahre) und älter (65–88 Jahre). Ihnen wurden drei Denkaufgaben mit steigendem Schwierigkeitsgrad gestellt, dabei wurden mittels EEG ihre Hirnströme gemessen. Je älter die Versuchspersonen und je schwieriger die Aufgaben waren, desto schlechter schnitten sie in den Denkaufgaben durchschnittlich ab. Jedoch gab es große Leistungsunterschiede innerhalb der Gruppe der 65- bis 88-Jährigen. Am besten schnitten diejenigen ab, die eine höhere Bildung und einen höheren IQ hatten, häufiger Fremdsprachen im Alltag nutzten und nicht allein lebten. Bei ihnen zeigte das EEG auch eine deutlich stärkere Ausprägung der Handlungsvorbereitung und Aufmerksamkeitszuwendung. Die Forscher sehen dadurch die Theorie der kognitiven Reserve bestätigt. Demnach wird durch Bildung und neue geistige Herausforderungen im Lauf des Lebens ein neuronales Netzwerk ausgebildet, das anpassungs- und leistungsfähiger ist und vor frühzeitigem geistigem Abbau im Alter schützt.