Fachforum
Naturheilpraxis 01/2020

Körpertherapie in der Geriatrie

Ortho-Bionomy als Chance

Insbesondere die Schmerzbehandlung bei älteren Menschen stellt viele Therapeuten vor eine große Aufgabe. Häufig liegen die Beschwerden seit vielen Jahren vor, und das Gewebe hat nicht mehr dieselben Regenerationsfähigkeiten wie bei Jüngeren. Durch den empathischen Ansatz der Ortho-Bionomy lassen sich aber Ressourcen aufspüren, die sehr gut in ein salutogenetisches Behandlungskonzept für geriatrische Patienten integriert werden können.

Ein Beitrag von Ulrike Volk
Lesezeit: ca. 6 Minuten

Bei der Behandlung eines jeden Menschen ist es sehr wichtig, seine individuellen Krankheitshintergründe wahrzunehmen und nicht nur die Symptomatik im Blick zu haben. Wenn uns ein Patient in fortgeschrittenem Alter mit einer Schmerzproblematik oder einer Bewegungseinschränkung aufsucht, bringt er auch seine Ängste um den Verlust seiner Selbstständigkeit bzw. Selbstversorgungsmöglichkeit mit. Der Erfolg einer Behandlung hängt auch davon ab, ob es uns gelingt, dem Patienten zu vermitteln, dass wir ihn in seiner Einzigartigkeit wahrnehmen. Das Auffinden seiner ungenutzen Ressourcen stärkt die Zuversicht in seine Selbstheilung. Ich erkläre meinen Patienten zu Beginn, dass ich deshalb nach den Grundprinzipien der Ortho-Bionomy behandle. Das bedeutet, dass nicht der Wunsch der Patienten, ich möge ihre gesundheitlichen Einschränkungen beseitigen, zu mehr Wohlbefinden führt, sondern dass eine Veränderung nur durch die Selbstwahrnehmung und Annahme ihrer aktuellen Situation geschieht.

Die Herausforderung für mich als Therapeutin besteht darin, die o. g. Ressourcen mittels Ortho-Bionomy zu entdecken und diese dem Patienten erfahrbar zu machen. Gerade ein älterer Mensch, dem in seiner Kindheit und Jugend viel Härte widerfahren ist, soll erleben, dass eine solche Behandlung nicht im Schmerz effektiv ist, sondern nur im Wohlgefühl. Ein kurzes, klares, an den Alltag angepasstes Übungsprogramm führt den Patienten in die Eigenverantwortung und heraus aus seiner Hilflosigkeit.

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Naturheilpraxis 01/2020

Erschienen am 02. Januar 2020