Panorama
Naturheilpraxis 01/2023

Körpereigene Proteine in Darmzellen unterliegen strenger Qualitätskontrolle

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Wissenschaftler um Prof. Dr. Thorsten Hoppe von der Universität Köln haben entdeckt, dass die als Abwehrmechanismus bekannte RNA-Interferenz (RNAi) nicht nur Viren bekämpft, sondern auch das Proteingleichgewicht der Darmzellen reguliert. Dass RNAi die RNA von Viren erkennen, binden und abbauen kann, zeigten die Forscher u. a. anhand von grün leuchtenden Proteinen im Fadenwurm Caenorhabditis elegans. Im Körper startet die Proteinproduktion im Zellkern, wo DNA kopiert und Boten-RNA (mRNA) erstellt wird. Gelangt die mRNA zum Endoplasmatischen Retikulum (ER) wird aus dem überlieferten Bauplan ein Protein hergestellt. Die hier hergestellten Proteine unterliegen einer strengen Qualitätskontrolle: Fehlerhafte Proteine werden ausgeschleust und abgebaut. „Wir haben beobachtet, dass der RNAi-Mechanismus gezielt Boten-RNAs am ER abbaut, bevor das Protein überhaupt hergestellt wird. Dies dient dazu, das ER vor Überlastung durch ein zu hohes Produktionsaufkommen zu schützen“, erläutert Dr. Franziska Ottens, eine der Erstautoren der Studie. Dieser Mechanismus scheint wichtig für die Darmgesundheit. Da ein Ausfall von RNAi und bisher bekannten ER-Qualitätskontrollsystemen die Barrierefunktion des Darms schädigt, erhoffen sich die Forscher neue Ansätze für Erforschung und Behandlung viraler Erkrankungen.

Quelle

idw-online. n.rpv.media/5ii