Obstipation ist unter Kindern ein verbreitetes Problem, rund zehn Prozent von ihnen haben damit zu kämpfen. Fälschlicherweise glauben viele Erwachsene, dies sei auf einen Mangel an Ballaststoffen in der Ernährung und mangelnde Flüssigkeitszufuhr zurückzuführen. Oft bekommen die Eltern auch zu hören, dass sie bloß nicht versuchen sollten, dem Problem mit Abführmitteln beizukommen, da dies auf Dauer den Darm träge mache. Beides ist falsch, wie britische Pädiater in einer Studie bewiesen haben. Ihre Forschungsergebnisse zeigen, dass die Zufuhr von Ballaststoffen meist nicht gegen kindliche Obstipation wirkt, da der größte Teil der Verstopfungen im Kindesalter auf die Gene zurückzuführen ist. Die alleinige diätetische Intervention ist daher selten erfolgreich. Eine länger andauernde Therapie mit Stuhlweichmachern macht den Darm hingegen keineswegs träge, sondern kann langfristig die Faseraufnahme verbessern und die Obstipationsneigung reduzieren. Insgesamt wurden die Daten von knapp 35 000 Kindern mit Obstipation ausgewertet, die zwischen vier Wochen und zehn Jahre alt waren. Als Quellen für die umfassenden Daten nutzten die Forscher mehrere vorausgegangene Studien sowie das britische National Institute for Health and Care Excellence (NICE).