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Naturheilpraxis 07/2021

Keine Chance dem Sauerstoffmangelsyndrom

Unter dem Sauerstoffmangelsyndrom wird eine Dysfunktion der Mitochondrien verstanden, die meist durch die zerstörerische Wirkung freier Sauerstoffradikale begründet ist. Fortschreitendes Alter, hohe physische (u. a. intensiver Sport) und psychische (u. a. Stress) Belastungen sowie Umwelteinflüsse sind wichtige Risikofaktoren zur Ausprägung eines Sauerstoffmangelsyndroms. Diese degenerativen Prozesse im biologischen Zelle-Mitochondrium-System können von verschiedenen leichteren Funktionsstörungen bis hin zu schwersten Erkrankungen führen. Ernährungs- und gezielte Nährstoffinterventionen helfen, die Leistungsfähigkeit wiederherzustellen, langfristig zu erhalten und eine hohe Lebensqualität trotz leistungsorientierter sportlicher Aktivität oder fortgeschrittenem Alter zu gewährleisten.

Ein Beitrag von Uwe Schröder
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Der menschliche Körper benötigt für jeden Stoffwechselprozess Energie. Mitochondrien übernehmen dafür die Energieproduktion. Sie sind die Kraftwerke in nahezu allen Zellen des menschlichen Körpers. Nur Zellen, die keinen Zellkern besitzen, wie die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), enthalten keine Mitochondrien. In ihrer inneren Membran wird in der sogenannten Atmungskette der universelle Treibstoff Adenosintriphosphat (ATP) unter Beteiligung von Sauerstoff synthetisiert. Erst durch ATP werden Bewegungen, das Atmen, die Wärmeproduktion und andere Lebensfunktionen ermöglicht. Mitochondrien weisen im Gegensatz zu anderen Zellbestandteilen ein eigenes Erbgut auf, die mitochondriale DNA. Sie vermehren sich durch stetiges Wachstum und Sprossung. Zudem besitzen sie eine äußere und innere Membran und führen eine eigene Proteinsynthese durch.

Die Anzahl der Mitochondrien innerhalb einer Zelle ist dem Energiebedarf angepasst. Zellen mit hohem Energieverbrauch wie Muskelzellen, Nervenzellen, Sinnes- und Gehirnzellen sowie die des Herzmuskels weisen besonders viele Mitochondrien auf. Zum Beispiel sind es im Herzmuskel pro Zelle bis zu 6 000. Der Mitochondrienanteil kann über ein Drittel des gesamten Zellvolumens betragen. Wer regelmäßig trainiert und eine große Muskelmasse besitzt, hat demnach mehr Zellkraftwerke als Inaktive. Das ist günstig, sowohl für die Leistungsfähigkeit, als auch für das Gewichtsmanagement. Denn Mitochondrien sind auch entscheidend für die Fettverbrennung verantwortlich. Nur bei einer hohen Zahl gesunder, leistungsfähiger Mitochondrien ist der Körper in der Lage, den überwiegenden Anteil der Energieproduktion über den Abbau von Fetten zu gestalten.

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Naturheilpraxis 07/2021

Erschienen am 01. Juli 2021