Die Supplementierung von Kalzium erhöht das Risiko für die Entstehung von Darmpolypen, aus denen sich Karzinome entwickeln können. Das gilt auch für die gleichzeitige Einnahme von Kalzium und Vitamin D, während Vitamin D allein keine negativen Auswirkungen hat. Das geht aus einer amerikanischen Langzeitstudie hervor. An der Studie nahmen über 2 200 Männer und Frauen verschiedener Altersgruppen teil, bei denen im Vorfeld mindestens ein Polyp entfernt worden war. Drei bis fünf Jahre lang erhielten einige Teilnehmer täglich Kalzium, andere Kalzium und Vitamin D, weitere nur Vitamin D. Zur Kontrolle diente eine Placebogruppe. Die Forscher gingen aufgrund anderer Untersuchungen davon aus, dass sowohl Kalzium als auch Vitamin D das erneute Polypenwachstum unterdrücken würde. Nach Ende der Behandlungsphase konnte bei den Teilnehmergruppen zunächst kein Unterschied in der Häufigkeit nachgewiesener Polypen festgestellt werden. Sechs bis zehn Jahre nach Studienbeginn hatte sich jedoch bei der Kalziumgruppe das Risiko des Polypenwachstums 2,6-fach erhöht, bei der Kalzium-Vitamin-D-Gruppe 3,8-fach. Die Vitamin-D-Gruppe wies im Vergleich mit der Placebogruppe kein erhöhtes Risiko auf. Bei Frauen und Rauchern war der negative Effekt besonders stark ausgeprägt.