Kaffeekohle wird durch das Rösten und Mahlen von grünen, getrockneten Früchten verschiedener Kaffeesorten hergestellt und hat eine lange Tradition in der Behandlung von Darmerkrankungen. Die therapeutische Wirkung wurde bisher vor allem auf die flüssigkeits- und giftstoffbindenden Eigenschaften der Kaffeekohle zurückgeführt. Eine Studie der Universität Leipzig hat nun gezeigt, dass die Wirkung auch auf verschiedenen Pflanzenstoffen basiert, die entzündungshemmende Eigenschaften haben. Untersucht wurde die entzündungshemmende Aktivität verschiedener Inhaltsstoffe wie Chlorogensäure, Kryptochlorogensäure, Kaffeesäure und Koffein. Die stärksten entzündungshemmenden Eigenschaften wies die Kryptochlorogensäure auf. In der S3-Leitlinie „Colitis ulcerosa“ wird eine Kombination aus Kaffeekohle, Myrrhe und Kamille zur Verlängerung der Remissionsphase empfohlen. Die aktuelle Studie hat gezeigt, dass sich diese drei pflanzlichen Bestandteile in ihrer entzündungshemmenden Wirkung verstärken und daher eine sinnvolle Kombination bei Darmerkrankungen sind. Zudem zeigte Kaffeekohle im Vergleich mit medizinischer Aktivkohle ein höheres Bindevermögen und ein vielfältigeres Wirkspektrum.