Kaffee kann das Herz zwar ordentlich zum Pumpen und den Kreislauf in Schwung bringen, aber er bringt das Herz offenbar nicht aus dem Tritt. Weder Arrhythmien noch Tachykardien werden durch Kaffee bzw. Koffein begünstigt; Kaffee scheint sogar eher einen leicht protektiven Effekt zu haben. Zu diesem Schluss kommt eine groß angelegte britische Analyse, in die die Biobank-Daten von rund 386 000 Personen einflossen. Diese waren zwischen 40 und 69 Jahre alt und tranken durchschnittlich zwei Tassen Kaffee pro Tag. Zu Studienbeginn lag bei keinem Probanden eine bekannte Tachyarrhythmie vor. Nach etwa viereinhalb Jahren Nachbeobachtungszeit wurde bei knapp 4,2 Prozent der Probanden erstmals eine Tachyarrhythmie diagnostiziert. Davon hatten rund drei Viertel ein Vorhofflimmern; die übrigen Betroffenen meist supraventrikuläre oder ventrikuläre Tachykardien. Damit war das Risiko für Arrhythmien unter den Kaffeetrinkern im Vergleich zum allgemeinen Risiko nicht erhöht. Im Gegenteil: Unter Berücksichtigung verschiedener Begleitfaktoren war das Risiko unter den Kaffeetrinkern sogar leicht reduziert. Bis zur Schwelle von fünf Tassen Kaffee pro Tag sanken das Risiko für Vorhofflimmern mit jeder täglich getrunkenen Tasse um drei Prozent und das Risiko für Tachykardien um vier Prozent.

Quelle

Springer Medizin. n.rpv.media/3mt