Fachforum
Naturheilpraxis 09/2022

Jod – eine Bestandsaufnahme

Alle unsere Körperzellen benötigen Jod – ganz besonders aber die Schilddrüse, das Gehirn, die Brust und Eierstöcke. Man sollte bei Jod nicht nur an eine Schilddrüsenunterfunktion denken. Denn Jod leistet Erstaunliches für die Gesundheit und kann zur Prävention und Therapie vieler Erkrankungen beitragen.

Ein Beitrag von Sophie Müller-Quick
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Jod ist ein essenzielles und natürlich vorkommendes Spurenelement, das der Körper nicht selbst produzieren kann. Die pharmakologische Bedeutung jodhaltiger Zubereitungen war schon im Altertum bekannt. So wurden Kropfkranken bereits 1 500 Jahre v. Chr. die jodhaltigen Schilddrüsen von Schafen oder Aschen von Meeresschwämmen verordnet. Ein Jodmangel ist eines der weltweit häufigsten Ernährungs- und Gesundheitsprobleme. Unter Jodmangel und seinen Folgen leiden weltweit etwa zwei Milliarden Menschen. In Europa betrifft es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation mehr als 390 Millionen Menschen (1). Jodmangel ist weltweit der häufigste Grund für Hirnschädigungen (WHO). Wie essenziell Jod ist, wird klar, wenn man einen Blick auf seine Bedeutung und Wirkung im menschlichen Körper wirft. Es

  • ist ein elementarer Bestandteil der Schilddrüsenhormone,
  • hilft dem Körper, Wärme zu produzieren,
  • fördert das Knochenwachstum,
  • fördert die Reifung des Gehirns,
  • steigert den Energiestoffwechsel,
  • dient der Erhaltung einer gesunden Haut,
  • fördert die Funktion des Nervensystems und
  • fördert kognitive Funktionen.

Jodhaltige Lebensmittel und Jodbedarf

Der Jodgehalt von Lebensmitteln ist vom Jodgehalt der landwirtschaftlich genutzten Böden abhängig. In Mitteleuropa sind die Böden aufgrund von Auswaschungen während der letzten Eiszeit eher arm an Jod. Das Jod ist ausgewaschen und mit dem abfließenden Wasser ins Meer gespült worden. Deutschland ist ein Jodmangelland mit Nord-Süd-Gefälle, daran hat auch die Einführung von jodiertem Speisesalz nichts geändert. Im Durchschnitt enthalten hierzulande 1 000 Gramm wasserfreier Feinboden rund 2,5 mg Jod. Der Jodgehalt des Bodens ist insofern bedeutsam für die Versorgung der Bevölkerung mit natürlichem Jod. Im Gegensatz zu tierischen Produkten enthalten pflanzliche Lebensmittel kaum Jod.

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