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Naturheilpraxis 10/2018

Japanische Meridiantherapie bei Migräne

Die zugrunde liegende Theorie besagt, dass sich im Lauf des Lebens innerhalb des Leitbahnsystems eine Dysbalance von Fülle und Leere entwickelt, die durch eine Behandlung wieder ausgeglichen werden kann. Hierzu wird Leere tonisiert und Fülle zerstreut. Ist das Gleichgewicht auf der Meridianebene wiederhergestellt, überträgt sich dies schließlich auf die Organebene (Zangfu-Ebene). Inzwischen hat sich die Meridiantherapie unter anderem bei der Behandlung von Migräne bewährt.

Ein Beitrag von Sabine Ritter
Lesezeit: ca. 8 Minuten

Die theoretischen Grundlagen

Die Ursprünge der Meridiantherapie beruhen auf dem Nan Jing, einem Klassiker der chinesischen Medizin, der aus dem 1. oder 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung überliefert ist. Sie begründet sich auf dessen Theorien zu Yin und Yang sowie den fünf Wandlungsphasen. Bei diesen Wandlungsphasen handelt es sich um einen Zyklus, der sich stets wiederholt und jenem der vier Jahreszeiten ähnelt. Jeder Wandlungsphase werden sowohl Meridiane bzw. Zangfu zugeordnet als auch eine Vielzahl anderer Erscheinungsformen, die in ihrer energetischen Qualität Gemeinsamkeiten aufweisen (vgl. Tab. 1).

Jahreszeit

Farbe

Geschmack

Meridiane

Yin

Yang

Holz

Frühling

grün

sauer

Leber

Gallenblase

Feuer

Sommer

rot

bitter

Herz/Perikard

Dünndarm/San-Jiao

Erde

Spätsommer

gelb

süß

Milz

Magen

Metall

Herbst

weiß

scharf

Lunge

Dickdarm

Wasser

Winter

schwarz

salzig

Niere

Blase

Tab. 1: Ausgewählte Assoziationen der fünf Wandlungsphasen

Die fünf Wandlungsphasen bringen einander im sogenannten Ernährungszyklus hervor (s. Abb. 1): Wasser ist demzufolge die Mutter des Holzes, das wiederum die Mutter des Feuers ist. Um dem aus dem Nan Jing überlieferten Rat „Bei Leere tonisiere die Mutter“ zu folgen, muss man also bei Leere nicht nur die betroffene Wandlungsphase selbst stärken, sondern auch ihre Mutter.

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Naturheilpraxis 10/2018

Erschienen am 01. Oktober 2018