Die zugrunde liegende Theorie besagt, dass sich im Lauf des Lebens innerhalb des Leitbahnsystems eine Dysbalance von Fülle und Leere entwickelt, die durch eine Behandlung wieder ausgeglichen werden kann. Hierzu wird Leere tonisiert und Fülle zerstreut. Ist das Gleichgewicht auf der Meridianebene wiederhergestellt, überträgt sich dies schließlich auf die Organebene (Zangfu-Ebene). Inzwischen hat sich die Meridiantherapie unter anderem bei der Behandlung von Migräne bewährt.

Die Ursprünge der Meridiantherapie beruhen auf dem Nan Jing, einem Klassiker der chinesischen Medizin, der aus dem 1. oder 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung überliefert ist. Sie begründet sich auf dessen Theorien zu Yin und Yang sowie den fünf Wandlungsphasen. Bei diesen Wandlungsphasen handelt es sich um einen Zyklus, der sich stets wiederholt und jenem der vier Jahreszeiten ähnelt. Jeder Wandlungsphase werden sowohl Meridiane bzw. Zangfu zugeordnet als auch eine Vielzahl anderer Erscheinungsformen, die in ihrer energetischen Qualität Gemeinsamkeiten aufweisen (vgl. Tab. 1).