Die Überlebensfähigkeit in Zeiten von Nahrungsknappheit ist ein evolutionsbiologisch essenzielles Prinzip. Hungerperioden mussten sowohl beim Menschen als auch beim Tier seit jeher überstanden werden. Aufgrund der evolutionsbedingten Anpassung an Fastenperioden entwickelte sich der Stoffwechsel über Jahrtausende so, dass längere Phasen ohne Nahrung problemlos überstanden werden können – diese Zeit des Fastens wird sogar für die Regeneration und Reparatur der Zellen genutzt.

Die ständige Verfügbarkeit von Nahrung und der Überfluss an Kalorien, wie es heutzutage in unserer westlichen Welt der Fall ist, stellen eine Herausforderung oder sogar Belastung für den Stoffwechsel dar. Studien belegen zunehmend, dass das Fasten – die (freiwillige) Einschränkung der Kalorienzufuhr über einen bestimmten Zeitraum – beachtliche gesundheitliche Vorteile hat. Dazu zählen eine deutliche Gewichtsabnahme, Verringerung von Risikofaktoren für Diabetes und Herzerkrankungen und sogar eine längere und gesündere Lebensspanne. Tatsächlich haben Labormäuse und Affen, die unter zeitweiligem Nahrungsentzug gehalten werden, die Tendenz, länger und gesünder zu leben als ihre regulär gefütterten Artgenossen (1). Die Ursachen, warum das Fasten mit positiven Effekten für die Stoffwechselgesundheit verbunden ist, versuchen Forscher seit einigen Jahren aufzudecken.