Eine intensive Blutdrucksenkung, bei der der systolische Blutdruck auf unter 120 mmHg gebracht wird, schützt Hypertoniepatienten signifikant besser vor kardiovaskulären Ereignissen und Erkrankungen als eine gemäßigtere Senkung. Auch das Mortalitätsrisiko kann durch das aggressivere Blutdruckmanagement deutlich stärker gesenkt werden. Zu diesem Ergebnis kommt der Abschlussbericht der SPRINT-Studie (Systolic Blood Pressure Intervention Trial), die vor sechs Jahren begonnen wurde. Die Studienautoren hatten die damaligen Zielwerte der Leitlinien in der Blutdrucktherapie infrage gestellt, die sich mit einem systolischen Zielblutdruck von 140 mmHg begnügten. Hintergrund dieses Zielwertes waren die Annahmen, dass eine zu starke Blutdrucksenkung für Patienten schädlich sein, die Durchblutung lebenswichtiger Organe gefährden und das Sturzrisiko erhöhen könnte. Von diesen Befürchtungen hat sich nichts erfüllt, trotz des hohen Durchschnittsalters der Studienteilnehmer (28 % waren über 75 Jahre; der Durchschnitt lag bei 68 Jahren). Durch die intensive Blutdrucksenkung konnte die Gesamtmortalität von 1,41 % auf 1,06 % pro Jahr gesenkt werden und die Häufigkeit kardiovaskulärer Ereignisse ging von 1,97 % auf 1,48 % pro Jahr zurück.

Quelle

Deutsches Ärzteblatt. n.rpv.media/3fo