Das Konzept einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Zahnmedizin und der Naturheilkunde bietet für Zahnärzte und Heilpraktiker Vorteile. Aber vor allem der Patient profitiert, weil er sich in seinen Beschwerden ganzheitlich wahrgenommen fühlen kann.

Stefan Duschl ist Heilpraktiker und Geschäftsführer der impetusNOW GmbH in München. Diese bietet über die angegliederte „Akademie für integrative Zahnheilkunde“ Aus- und Weiterbildungen für Heilpraktiker und Zahnärzte zur dentalen Naturheilkunde an. Dabei kommt es Duschl besonders darauf an, die Zusammenarbeit zwischen Zahnärzten und Heilpraktikern zu fördern.

Wie viel Naturheilkunde darf denn ein Zahnarzt heute in seiner Praxis anbieten?

Seit 2011 benötigt der Zahnarzt eine Heilpraktikererlaubnis oder eine medizinische Approbation, wenn er über die Zahnheilkunde hinaus am Menschen tätig wird. Das betrifft zum Beispiel die Akupunktur außerhalb des Mundbereiches, die Blutabnahme und alle Therapien und Behandlungen, die systemisch auf den Körper des Menschen wirken. Auch für die Diagnostik einer ganzheitlichen Betrachtung des Menschen ist eine Heilpraktikerzulassung erforderlich. Der Zahnarzt darf diese neben seiner zahnärztlichen Approbation erwerben. Dem Arzt ist dieses nicht gestattet, er kann die Heilpraktikerzulassung nur erwerben, wenn er die medizinische Approbation wieder abgibt. Falls er vor dem Medizinstudium zugelassener Heilpraktiker war, darf er die Heilpraktikerzulassung behalten. Mit der Rechtsprechung von 2011 kann ein Heilpraktiker auch in der Zahnarztpraxis mitarbeiten, das heißt, Zahnheilkunde und heilpraktische Tätigkeiten können unter einem Dach zur selben Zeit erfolgen. Für den Heilpraktiker ist es wichtig, dass er hier eine Zweitpraxis anmelden muss. Der Heilpraktiker sollte nicht als Angestellter des Zahnarztes arbeiten, weil sonst seine Therapiefreiheit eingeschränkt ist, da im Angestelltenverhältnis die Weisungsbefugnis gilt. Der Heilpraktiker hat auch darauf zu achten, dass seine Leistungen wirtschaftlich und rechtlich von der Zahnarztpraxis getrennt sind.