Porträt
Naturheilpraxis 06/2019

Integrative Zahnheilkunde

Das Konzept einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Zahnmedizin und der Naturheilkunde bietet für Zahnärzte und Heilpraktiker Vorteile. Aber vor allem der Patient profitiert, weil er sich in seinen Beschwerden ganzheitlich wahrgenommen fühlen kann.

Ein Gespräch mit Stefan Duschl
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Stefan Duschl ist Heilpraktiker und Geschäftsführer der impetusNOW GmbH in München. Diese bietet über die angegliederte „Akademie für integrative Zahnheilkunde“ Aus- und Weiterbildungen für Heilpraktiker und Zahnärzte zur dentalen Naturheilkunde an. Dabei kommt es Duschl besonders darauf an, die Zusammenarbeit zwischen Zahnärzten und Heilpraktikern zu fördern.

Wie viel Naturheilkunde darf denn ein Zahnarzt heute in seiner Praxis anbieten?

Seit 2011 benötigt der Zahnarzt eine Heilpraktikererlaubnis oder eine medizinische Approbation, wenn er über die Zahnheilkunde hinaus am Menschen tätig wird. Das betrifft zum Beispiel die Akupunktur außerhalb des Mundbereiches, die Blutabnahme und alle Therapien und Behandlungen, die systemisch auf den Körper des Menschen wirken. Auch für die Diagnostik einer ganzheitlichen Betrachtung des Menschen ist eine Heilpraktikerzulassung erforderlich. Der Zahnarzt darf diese neben seiner zahnärztlichen Approbation erwerben. Dem Arzt ist dieses nicht gestattet, er kann die Heilpraktikerzulassung nur erwerben, wenn er die medizinische Approbation wieder abgibt. Falls er vor dem Medizinstudium zugelassener Heilpraktiker war, darf er die Heilpraktikerzulassung behalten. Mit der Rechtsprechung von 2011 kann ein Heilpraktiker auch in der Zahnarztpraxis mitarbeiten, das heißt, Zahnheilkunde und heilpraktische Tätigkeiten können unter einem Dach zur selben Zeit erfolgen. Für den Heilpraktiker ist es wichtig, dass er hier eine Zweitpraxis anmelden muss. Der Heilpraktiker sollte nicht als Angestellter des Zahnarztes arbeiten, weil sonst seine Therapiefreiheit eingeschränkt ist, da im Angestelltenverhältnis die Weisungsbefugnis gilt. Der Heilpraktiker hat auch darauf zu achten, dass seine Leistungen wirtschaftlich und rechtlich von der Zahnarztpraxis getrennt sind.

Wie könnte ein Modell der Zusammenarbeit konkret aussehen?

Der Heilpraktiker kommt zu bestimmten Zeitpunkten in die Zahnarztpraxis und nimmt sich für den bestimmten Patienten Zeit für Diagnose und die Erstellung eines Therapieplans. Die weiteren Behandlungsschritte des Heilpraktikers führt der Heilpraktiker in seiner eigenen Praxis durch. Bestimmte Behandlungen setzen eine zeitnahe Terminierung beim Heilpraktiker und Zahnarzt voraus. Da empfiehlt es sich, direkt in der Zahnarztpraxis die heilpraktischen Leistungen zu erbringen, zum Beispiel eine manuelle Therapie für Schienen und Zahnersatzanpassungen anzuwenden, um Fehlstellungen in der körperlichen Statik des Menschen zu verhindern.

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Naturheilpraxis 06/2019

Erschienen am 03. Juni 2019