Das „4. Integrative Medicine Meeting“ mit Ärzten und Experten aus der ganzen Welt war eine einzigartige Plattform für den internationalen Erfahrungsaustausch und ein Gradmesser für die globale Akzeptanz der integrativen Onkologie. Die Fachkonferenz fand bereits zum vierten Mal auf dem Firmengelände des Hauptsponsors, der Helixor Heilmittel GmbH, statt.

Trotz länderspezifisch unterschiedlicher Möglichkeiten und Bedürfnisse verband die Kongressteilnehmer und Referenten ein gemeinsames Ziel: der Erfahrungsaustausch im internationalen Netzwerk für eine optimierte Versorgung von Krebspatienten mit wirksamen, evidenzbasierten Methoden der integrativen Onkologie.

Erste Leitlinie zur integrativen Onkologie

Dr. Gary Deng (Memorial Sloan Kettering Cancer Center, New York), einer der beiden Schirmherren der Veranstaltung, kam mit ermutigenden Nachrichten nach Rosenfeld: Nach jahrelangen Bemühungen um die interdisziplinäre Zusammenführung konventioneller Onkologie mit evidenzbasierten Verfahren der Komplementärmedizin wurde nun erstmals eine Leitlinie zur Integrativen Onkologie (Brustkrebs) publiziert (1) und von der Amerikanischen Krebsgesellschaft (ASCO) übernommen (2). Die Leitlinie ist hilfreich bei der Auswahl von Verfahren mit hoher Evidenz. Sie listet bei krebsassoziierten Symptomen immerhin drei komplementäre Verfahren mit höchstem Evidenzgrad auf (Angst-/Stressreduktion: Meditation; Depression/Stimmungsstörungen: achtsamkeitsbasierte Entspannung; Lebensqualität: Meditation). Weitere evidenzbasierte Verfahren sind Misteltherapie, Musiktherapie, Stressmanagement, Yoga, Akupunktur und Massage.
Einig war sich das Kongresspublikum darin, dass angesichts der Methodenvielfalt in der integrativen Medizin die Evidenzbasis für komplementär-onkologische Verfahren weiter wachsen müsse. Dennoch, so betonte der zweite Schirmherr Prof. Dr. Roman Huber (Zentrum für Komplementäre Medizin, Universitätsklinikum Freiburg), seien auch Kasuistiken wesentlich für den wissenschaftlichen Fortschritt und eine optimierte Patientenversorgung. Huber nannte u. a. die CARE (CAse REporting)-Leitlinie, die die Vollständigkeit und Transparenz publizierter Fallberichte verbessern hilft (3).
Die teils erstaunlichen Behandlungsergebnisse mit komplementären Verfahren erläuterte Dr. Eric Marsden (Vaughan, Kanada) beispielhaft an den therapeutischen Wirkungsebenen von Sport bei Krebs: Vorbeugung, Nebenwirkungsmanagement – vor allem Cancer Related Fatigue (CRF) –, verbesserte Lebensqualität und Lebenserwartung.