30 bis 85 % der Krebspatienten leiden je nach Stadium der Erkrankung, Art des Tumors, seiner Lokalisation und der jeweiligen Therapie unter einer Mangelernährung – mit vielfach ungünstigen Auswirkungen auf Lebensqualität und -erwartung. Ernährungswissenschaftler warnen insbesondere vor sogenannten Krebsdiäten, die im Internet, aber auch von Freunden oder anderen Patienten empfohlen werden. Teil dieser Diäten ist häufig die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, die die Wirksamkeit der Therapie beeinträchtigt können. Der behandelnde Arzt sollte über ihre Anwendung daher immer informiert werden.
Krebspatienten versuchen mit einer Ernährungsumstellung einerseits, ihre Krankheit zu besiegen, sie wollen andererseits aber auch ihre Angst bewältigen und ihre Selbstbestimmung zurückerlangen. Doch der Unterschied zwischen Krebsdiäten und einer evidenzbasierten Ernährungstherapie ist vielen unklar. Außerdem wissen sie meist nicht, dass Ernährung allein eine Krebserkrankung nicht heilen kann. Ebenso wenig ahnen sie, dass ein stabiles Gewicht die Immunabwehr stärken kann.
Um Patienten wissenschaftlich fundierte Informationen und Empfehlungen zum Thema Ernährung im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung zu vermitteln, hat die Münchener Ludwig-Maximilians-Universität in Kooperation mit dem Comprehensive Cancer Center daher das Projekt „Eat what you need – Was essen bei Krebs?“ ins Leben gerufen. Informationen zu der Initiative sind unter https://www.was-essen-bei-krebs.de abrufbar. Autorin: Sabine Ritter