Eine Störung der Darmbarriere wird als wichtiger Pathomechanismus des Reizdarmsyndroms (RDS) angenommen. Um die Darmbarriere zu stärken, werden vor allem Probiotika eingesetzt, die allerdings nur einzelne Symptome lindern. Eine deutsche Studie hat gezeigt, dass hitzeinaktivierte Bifidobakterien eine effektivere Therapie bieten und die Symptome von RDS-Patienten aller Subtypen lindern können. In der Studie lagerten sich die B. bifidum vor allem in entzündeten Regionen an, nicht am gesunden Darmepithel, und waren dabei bis zu 1 000-mal stärker adhärent als andere oft eingesetzte probiotische Stämme. In der multizentrischen und doppelblinden Studie wurden 221 RDS-Patienten über acht Wochen mit den hitzeinaktivierten, aber morphologisch intakten, B. bifidum behandelt, 222 weitere Patienten mit Placebo. 40 Prozent der Studienteilnehmer hatten ein Diarrhö-prädominantes RDS, 24 Prozent ein Obstipations-prädominantes RDS, acht Prozent ein gemischtes RDS, die anderen Probanden waren nicht näher klassifiziert. 60 Prozent der Patienten in der Verumgruppe berichteten eine klinisch relevante Symptombesserung und 41 Prozent eine mindestens 50%ige Besserung der Lebensqualität. Auch was Darmmotilität, Schmerzen oder Alltagsaktivitäten anging, ergaben sich konsistent signifikante Effekte im Vergleich zu Placebo.