Schwerpunkt
Naturheilpraxis 11/2021

Immunmodulator Vitamin C

Der menschliche Körper kann sich insgesamt gut gegen Viren schützen. In vielen Fällen verläuft eine Infektion harmlos, da das Immunsystem die Pathogene effektiv abwehrt. Trotzdem befindet sich der Körper bei jeder Infektion auf einer Gratwanderung, da es auch zu einer überschießenden Entzündungsreaktion kommen kann.

Ein Beitrag von Dr. Inga Trompetter
Lesezeit: ca. 6 Minuten
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Die Grundlagen dieser Reaktion und ihre Folgen werden – nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Pandemie – intensiv erforscht. Daran beteiligt ist z. B. eine Kooperation aus Wissenschaftlern des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung in Braunschweig, der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg, der FU Berlin und dem Karolinska-Institut in Stockholm. Die Forscher fanden heraus, dass Pneumokokken-Stämme, die auf einen bereits von Influenza-Viren infizierten Organismus treffen, pathogener sind und eine tödliche Pneumonie verursachen können. Nicht selten ist es also die bakterielle Zweitinfektion, die für die tödlichen Verläufe während einer Grippe-Pandemie verantwortlich ist (1). Der Grund hierfür sind übermäßig starke Immunreaktionen, die den Körper schädigen und dadurch u. a. das Risiko für eine bakterielle Zweitinfektion erhöhen. Die Wissenschaftler folgern daraus, dass es in diesem Fall nicht ausreicht, Medikamente gegen Influenza-Viren und Bakterien einzusetzen. Hinzukommen muss eine antientzündliche und immunmodulierende Therapie. Dafür sollen entzündungshemmende Medikamente entwickelt werden, die sehr gut auf bestimmte Bakterientypen abgestimmt sind (1).

Im Rahmen einer SARS-CoV-2-Infektion kann es ebenfalls zu einer Entgleisung des Immunsystems kommen. Dann reagieren T-Zellen und Makrophagen mit einer übermäßigen oder ungebremsten Freisetzung von Zytokinen und einer massiven Zunahme von oxidativem Stress. Auch im gesunden Gewebe werden dadurch schwere Entzündungsreaktionen ausgelöst, die zusätzlich zum eigentlichen Krankheitsgeschehen z. B. eine akute Pankreatitis, eine Sepsis oder ein akutes Lungenversagen zur Folge haben können (2). Auch systemische Gefäßentzündungen können durch eine SARS-CoV-2-Infektion ausgelöst werden. Je nach betroffenem Organ können schwere Durchblutungsstörungen entstehen, die das Herz schädigen sowie Lungenembolien oder Gefäßverschlüsse im Gehirn und/oder im Magen-Darm-Trakt auslösen (3, 4).

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Naturheilpraxis 11/2021

Erschienen am 02. November 2021