Horizont
Naturheilpraxis 04/2020

Honig in aller Wunde

Entwicklung der Wundversorgung mit Honig – von Manuka- bis Kastanienhonig

Dass Honig zur Wundheilung beiträgt, wird seit der Antike vielfach beschrieben. Von den Sumerern über die alten Griechen bis in die Neuzeit wurde die Wundversorgung mit Honig praktiziert. Wissenschaftlich untersucht wurde dieses Phänomen jedoch erst in den letzten Jahrzehnten.

Ein Beitrag von Dr. Thomas Gloger
Lesezeit: ca. 7 Minuten
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Schon die alten Sumerer und Ägypter setzten Honig zur Wundheilung ein, und Alexander der Große wurde nach seinem Tod für den Transport nach Hause in Honig konserviert. Plinius der Ältere und Galenos geben viele Hinweise auf den medizinischen Einsatz von Honig, ebenso die Bibel und der Koran. Größere Einsätze von Honig zur Wundversorgung in der Neuzeit gab es aus der Not heraus vor allem in Russland während des Ersten und Zweiten Weltkriegs. Das Buch „Where There Is No Doctor“, ein Standardwerk für Entwicklungshelfer und Abenteurer, beschreibt ebenfalls die Wundversorgung mit Honig. Wissenschaftlich erforscht hat diese Verwendung von Honig erstmals Prof. Dr. Peter C. Molan an der neuseeländischen Universität Waikato.

Beginn der Forschung mit Manukahonig

Professor Molan begann in den 1980er-Jahren die antibakterielle Wirkung von Honig zu untersuchen, speziell die des neuseeländischen Manukahonigs. Dieser Honig war zu Beginn der Forschungen eher schwierig zu vermarkten, weil er nur wenigen schmeckte. Zur Not wurde er auch schon an Kühe verfüttert. Den Manukastrauch selbst schätzen die neuseeländischen Ureinwohner, die Maori, jedoch seit Jahrtausenden für seine heilsame Wirkung. Sie verwenden die Blätter und Rinde dieser Teebaumpflanze seit Urzeiten, um Wunden zu desinfizieren, Entzündungen zu behandeln und verschiedene Krankheiten zu lindern. Professor Molan begann zu erforschen, ob sich Eigenschaften des Strauchs auf den Honig übertragen, da sich gezeigt hatte, dass die antibakterielle Wirkung bei Manukahonig deutlich stärker ausgeprägt war als bei anderem Honig. Mitte der Neunzigerjahre gründete Molan dafür die Honey Research Unit an der Universität Waikato und konzentrierte sich auf Forschungen zur Wundheilung mit Manukahonig.

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Naturheilpraxis 04/2020

Erschienen am 01. April 2020