Aktuelles & Politik
Naturheilpraxis 04/2021

Homöopathie und Heilpraktiker in den Medien

Eine Gegendarstellung

Wer über Homöopathie oder Heilpraktiker negativ urteilt, tut das auch über Patienten, die enttäuscht vom Arzt kommen und erst bei der Alternativmedizin Hilfe finden. Therapievielfalt ist in Deutschland ein hohes Gut und ein Angebot an mündige Bürger, die mit einer 8-Minuten-Einheitsmedizin nicht zufrieden sind und eine Bevormundung durch Unbeteiligte nicht wünschen.

Ein Kommentar von Nikolas Reichert
Lesezeit: ca. 5 Minuten

In einer großen Wochenzeitung wurde ein Foto abgebildet, auf dem ein Kind Arzneitropfen erhält und der Untertitel „Globuli für das Kind“ zu lesen war. Die Abhandlung über die Homöopathie fiel ähnlich amateurhaft und niveaulos aus wie die offensichtlich für die Schlagzeilenpresse so nützliche Globuli-Rhetorik. Unerträglich oft werden Homöopathie und Heilpraktiker auch im Zusammenhang mit Verschwörungstheorien und Impfgegnern, Antisemitismus und der Politik im dritten Reich genannt. Sogar in der ZDF-Nachrichtensendung „heute journal“ wurde nach der Erstürmung der Reichstagstreppe durch Chaoten und Reichsbürger sogleich die Anführerin als „esoterische Heilpraktikerin“ benannt.

In die Kritik der Presse geraten inzwischen auch Politiker, die sich offen gegenüber der Naturheilkunde zeigen oder ein Grußwort an einen Heilpraktikerkongress richten. Von derselben Presse wird dagegen eine Apothekerin lobend erwähnt, die wegen der angeblichen Wirkungslosigkeit keine Homöopathie mehr verkauft, aber wahrscheinlich alle sonstigen Kundenwünsche weiter erfüllt. Auch diese Geschichte ging durch die Presse: Ahnungslose Eltern eines Kindes mit einer Mittelohrentzündung hatten die verordneten Globuli in den Gehörgang gestreut und landeten bei einem HNO-Arzt, der sofort Antibiotika verschrieb und als bekannter Homöopathie-Kritiker dies natürlich werbewirksam veröffentlichte. Allerdings verschwieg er dabei, dass bei Mittelohrentzündungen gar nicht mehr automatisch Antibiotika verordnet werden (sollen), er also dem Kind unter Umständen auch nicht geholfen hat. Überhaupt hat die HNO-Heilkunde bei 90 % virusbedingten Infekten grundsätzlich ein Problem mit viel zu häufig verschriebenen Antibiotika und sollte doch öfter auf bewährte Mittel aus der Naturheilkunde zurückgreifen. Zur Otitis media und Sinusitis gibt es sogar positive Homöopathiestudien.

Lesen Sie den vollen Artikel in

Naturheilpraxis 04/2021

Erschienen am 01. April 2021