Den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge sollten Erwachsene täglich nicht mehr als fünf Gramm Kochsalz verzehren. Doch die Realität sieht anders aus. Dass dies nicht nur das Risiko für eine Hypertonie erhöhen kann, sondern auch das für einen Herzinfarkt oder Apoplex, ist schon lange bekannt. Nun konnte ein internationales Wissenschaftlerteam im Tierversuch nachweisen, dass eine hohe Natriumchlorid-Konzentration die Granulozyten schwächt und damit die Abwehr von Bakterien verschlechtert. Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher, nachdem sie Mäuse mit kochsalzreicher Nahrung gefüttert hatten. Erkrankten diese Mäuse an einer durch E. coli verursachten Pyelonephritis, wurden sie langsamer gesund als andere Mäuse. Auch systemische Infektionen mit Listerien verliefen schwerer. Diese Ergebnisse hatten die Forscher nicht erwartet, da man bisher davon ausgegangen war, dass die Immunabwehr durch einen hohen Kochsalzkonsum stimuliert wird. Nach Auswertung der Daten von Testpersonen, die freiwillig vorübergehend ihren Kochsalzkonsum erhöht hatten, fanden die Forscher jedoch eine Erklärung: Zur Stimulation der renalen Filtration wird bei einem hohen Kochsalzgehalt im Blut die Mineralokortikoid-Freisetzung gehemmt, sodass die Vorstufen von Aldosteron kumulieren. Diese wirken glukokortikoid, hemmen die Funktion der Granulozyten und damit auch die Abwehr von Bakterien. Daher sollte man insbesondere während einer bakteriellen Infektion den Kochsalzkonsum einschränken. Autorin: Sabine Ritter