Die derzeitigen Standardtests auf Morbus Alzheimer eignen sich aufgrund ihrer Invasivität und/oder hohen Kosten nicht als flächendeckende Screeningtests zur Früherkennung der Krankheit. Ein neuer Bluttest macht hier Hoffnung, der in ersten Studien Morbus Alzheimer zuverlässig erkannt und von anderen degenerativen Hirnerkrankungen unterschieden hat – und das bis zu 20 Jahre vor dem Auftreten erster kognitiver Störungen. Der Test nutzt als Blutmarker ein Fragment des Tau-Proteins, bei dem an Position 217 an die Aminosäure Threonin eine Phosphorylgruppe angehängt ist (P-tau217). Neben der Ablagerung von Beta-Amyloiden im Gehirn sind auch Tau-Fibrillen ein histologisches Kennzeichen von Alzheimer. Diese bilden sich aus Tau-Proteinen, die sich im Hirn ablagern. Der Bluttest wurde an drei Kohorten aus den USA, Kolumbien und Schweden untersucht, die insgesamt aus rund 1 300 Probanden bestanden. Der Nachweis von P-tau217 hat sich in allen drei Kohorten als sensitiver und spezifischer Marker für die Diagnose eines Morbus Alzheimer erwiesen. P-tau217 erreichte eine AUC (area under the curve) von durchschnittlich 0,89 – ein AUC-Wert von 1 entspricht einer sicheren Diagnose. In der schwedischen Kohorte lag der AUC-Wert sogar bei 0,96. Der Test soll nun an einer größeren Gruppe getestet und verfeinert werden.