Um besser zuhören zu können, schließen wir oft unsere Augen. Aber bringt das wirklich etwas? Neurowissenschaftler sind diesem Phänomen auf den Grund gegangen und haben die Hirnströme beim Zuhören mit offenen und geschlossenen Augen untersucht. In einer Studie mit 22 Teilnehmern wurden die Probanden vor verschiedene Höraufgaben gestellt, die sie sowohl mit offenen als auch mit geschlossenen Augen absolvieren sollten. Das Schließen der Augen hatte dabei keinen Einfluss auf die Wahrnehmungsempfindlichkeit und die Antworttendenz der Teilnehmer. Beispielsweise konnten sie einen leisen Ton im Hintergrundrauschen mit offenen und geschlossenen Augen gleich gut erkennen. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass sich die objektive Hörleistung durch das Schließen der Augen nicht steigern lässt. Die Konzentration könnte sich subjektiv durchaus verbessern lassen: Bei den mittels EEG gemessenen Hirnströmen wurden die Alpha-Wellen bei konzentriertem Zuhören größer und beim Weghören kleiner. Durch Schließen der Augen konnten die Teilnehmer das Auf und Ab der Alpha-Wellen teils verstärken, die Konzentration nahm teilweise zu. Wer also subjektiv das Gefühl hat, sich so besser konzentrieren zu können, sollte die Augen ruhig zumachen.