Immer mehr Menschen ohne nachweisbare Glutenunverträglichkeit verzichten auf Getreideprodukte. Ernährungswissenschaftler betrachten diese Entwicklung mit einer gewissen Sorge, da der Verzicht auf Getreideprodukte auch Nachteile haben kann. Verschiedene Studien deuten beispielsweise auf einen erhöhten Konsum von Salz, Zucker und Fett bei glutenfreier Ernährung hin. Zudem bestehe die Gefahr, zu wenig Eisen, Zink und Ballaststoffe aufzunehmen. Gastroenterologen der Mayo Clinic in Rochester haben in einer Studie nun auch eine erhöhte Schwermetallbelastung bei Personen nachgewiesen, die sich glutenfrei ernähren. Bei über 11 300 Testpersonen wurde die Konzentration von Blei, Quecksilber, Kadmium und Arsen in Blut und Urin gemessen. Personen mit glutenfreier Diät wiesen dabei jeweils signifikant höhere Werte auf: Bei Quecksilber lagen sie 0,44 μg/l höher, bei Blei 0,29 μg/l, bei Kadmium 0,08 μg/l und bei Arsen sogar 6,8 μg/l. Eine Erklärung dafür könnte laut Forschern sein, dass eine solche Diät oft einen geringeren Anteil an Proteinen und vor allem an Schwefel aufweist. Schwefelhaltige Aminosäuren sind nötig, um Schwermetalle zu binden, ein Mangel kann daher zu einem erhöhten Serum-Metall-Spiegel führen.