Die bisherigen Definitionen der Herzinsuffizienz in Literatur, Leitlinien und Praxis sind sehr variabel, da ihr viele unterschiedliche Ursachen und Pathomechanismen zugrunde liegen können. Experten aus drei internationalen Herzinsuffizienz-Fachgesellschaften haben erstmals eine universelle Definition und Klassifikation erarbeitet. Laut dieser standardisierten Definition ist „Herzinsuffizienz […] ein klinisches Syndrom mit aktuell bestehenden oder zuvor aufgetretenen Symptomen und/oder Zeichen, die durch strukturelle und/oder funktionelle kardiale Störungen (wie Auswurffraktion < 50 %, pathologische Ventrikelerweiterung, E/E‘ > 15, moderate/schwere ventrikuläre Hypertrophie oder moderate/schwere Herzklappenstenose oder -insuffizienz) verursacht werden“ (1). Die vorgeschlagene Klassifikation der Stadien ist an die A-/B-/C-/D-Einteilung in den ACC-/AHA-Leitlinien angelehnt und schließt auch zwei präsymptomatische Stadien ein: erhöhtes Risiko für eine Herzinsuffizienz (A), präsymptomatische (B), symptomatische (C) und fortgeschrittene Herzinsuffizienz (D). Neben der derzeit genutzten und weiterhin als wichtig erachteten funktionellen NYHA-Klassifikation schlägt die Expertengruppe für die Kategorisierung der Herzinsuffizienz zusätzlich vier auf der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) basierende Klassen vor: Herzinsuffizienz mit reduzierter LVEF ≤ 40 % (HFrEF), leichtgradig erniedrigter LVEF 41-49 % (HFmrEF), erhaltener LVEF ≥ 50 % (HFpEF) und einer sich verbessernden LVEF (HFimpEF). Diese letzte Klasse liegt vor, wenn die LVEF zu Beginn ≤ 40 % beträgt, sich jedoch verbessert und bei einer zweiten LVEF-Messung > 40 % beträgt.

Quelle

  1. ÄrzteZeitung. n.rpv.media/33z