Schwerpunkt
Naturheilpraxis 10/2019

Herzgesundheit: Was wirklich wichtig ist

Neue Erkenntnisse zur Behandlung von Herzkrankheiten

Allen Menschen ist die kardiale Gesundheit ein echtes Herz-Anliegen. Wenn die "Pumpe" Probleme bereitet und es nicht mehr "rund" läuft, weil zum Beispiel ein Herzstolpern aufgetreten ist, sind Betroffene um ihr Wohlergehen häufig sehr besorgt. Zum Glück gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Studien, welche die pathologischen Hintergründe sehr gut erklären und den Nutzen von speziellen Nahrungsergänzungsmitteln belegen.

Ein Beitrag von Nathalie Schmidt und Dr. Edmund Schmidt
Lesezeit: ca. 8 Minuten
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In den letzten Jahrzehnten hat sich das Risikobewusstsein bezüglich koronarer Gefäßerkrankung und der Entstehung von Herzinfarkten stark gesteigert. Doch noch immer nennen die Medien als Hauptgrund für eine Gefäßverkalkung einen zu hohen Cholesterinspiegel im Blut. Im Bewusstsein der Bevölkerung gilt das Cholesterin als gefährlich und muss auch gemäß den medizinischen Leitlinien am besten nahezu komplett eliminiert werden. Tatsächlich benötigen wir den „Übeltäter“ Cholesterin für die Energieversorgung des Gehirns, für die Herstellung von Steroidhormonen, für die Bildung der Hormonvorstufe Vitamin D und für etliche andere wichtige Körperfunktionen.

Über 80 Prozent der Umsätze mit Cholesterinsenkern vom Typ der Statine werden bei Patienten gemacht, die nie einen Herzinfarkt hatten. Die Verordnung erfolgte ausschließlich anhand von erhöhten Blutwerten. Eine aktuelle Großanalyse zeigt dazu ein ernüchterndes Ergebnis.

Die Metastudie

Das Ergebnis der Studien (1) enttäuscht alle, die glauben, dass Statine auch in der Primärprävention die Gesamtletalität senken können. In einem Random-Effects-Model zeigte sich ein absolutes Letalitätsrisiko von 11,4 Todesfällen pro 1 000 Personenjahren in der Placebo- und von 10,7 in der Statin-Gruppe. Das relative Risiko betrug demnach in der Therapie-Gruppe 0,91 (CI: 0,83–1,01) und unterschied sich nicht signifikant von der Kontrollgruppe. Selbst wenn man einwendet, dass das Ergebnis nicht signifikant ist, kommt man bei einer absoluten Risikoreduktion von 0,07 % pro Jahr auf eine NNT (Number needed to treat) von 1,428 bzw. 142 bei einer Hochrechnung auf eine 10-jährige Therapiedauer. Dies bedeutet, dass eine tausendjährige Statineinnahme das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, um 0,7 % senkt.