Schwerpunkt
Naturheilpraxis 09/2022

Heimische pflanzliche Qi-Tonika

Fällt der Begriff "Qi", denken viele Menschen nur an ihre körpereigene Energie. Doch genau genommen gibt es überall im Kosmos Qi. Wikipedia bietet als Übersetzung Begriffe wie "Energie, Atem, Fluidum, Luft, Gas, Dampf, Hauch, Äther, Temperament, Kraft" oder "Atmosphäre" an. Qi kann sich zu Materie verdichten, es kann aber auch unsichtbar Funktionen übernehmen. Diese Vielfalt zeigt, dass es einfacher ist, die Bezeichnung zu übernehmen und nicht zu übersetzen.

Ein Beitrag von Sabine Ritter
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Der Begriff „Qi“ geht auf daoistische Erklärungsmodelle zur Entstehung der Welt zurück. Alle Phänomene in der Natur können in der chinesischen Philosophie über die beiden Gegensätze Yin und Yang erklärt werden, die voneinander nicht nur abhängig sind wie das Licht (Yang) vom Schatten (Yin), sondern einander zudem nähren und verbrauchen. Im Daodeijing schreibt Laozi vermutlich zwischen 800 und 200 v. Chr. „Das Dao brachte das Eine hervor, das Eine die Zwei und die Zwei die Drei…“. Als „Dao“ bezeichnet man einen universellen Weg oder Prozess, der allen Erscheinungsformen immanent ist. Aus diesem entwickelten sich die beiden Pole Yin und Yang, zwischen denen das Qi fließt.

In der chinesischen Medizin werden auf Basis dieser philosophischen Grundlage Erkrankungen unter anderem über einen Mangel oder eine Fülle an Yin und Yang, einen Mangel an Qi oder einer Störung des freien Flusses von Qi erklärt. So kann der Qi-Fluss stagnieren; es kann aber auch sein, dass Qi in die falsche Richtung fließt. Daraus ergeben sich für die Therapie vier mögliche Strategien, die im Einzelfall auch kombiniert werden: Je nach Diagnose muss man

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