Stellen wir uns eine Wüste vor, tauchen wahrscheinlich Bilder von Sand und Geröll auf. Kaum jemand denkt an Heilpflanzen. Doch selbst in den trockensten Gebieten bietet die Natur robuste Pflanzen, die enorme Heilkräfte entfalten können. Auf meiner Reise durch die Atacama, in der seit Urzeiten Menschen unter kargsten Bedingungen leben, durfte ich einen Teil dieser besonderen Pflanzenwelt kennen lernen.  

Die Atacama-Wüste befindet sich im Norden Chiles auf dem südamerikanischen Kontinent und zählt zu den trockensten Gebieten unserer Erde. Hier fällt kaum Niederschlag – an manchen Orten wurde jahrzehntelang kein Regen gemessen. Sie wird auch als „extreme Binnenwüste“ bezeichnet, obwohl sie in unmittelbarer Nähe zur Pazifikküste liegt. Verantwortlich für die Trockenheit ist die kalte Meeresströmung des Humboldtstroms. Dieser lässt durch seine geringen Temperaturen nicht zu, dass die über dem Meer abgekühlten Luftmassen Feuchtigkeit aufnehmen. So entstehen keine Wolken, die über dem Land abregnen. Regen aus dem Osten gibt es auch nicht, da dort das Gebirge der Anden alle Niederschläge abblockt.