Schwerpunkt
Naturheilpraxis 01/2023

Haut in Flammen

Die atopische Dermatitis ist eine in den Industrienationen weit verbreitete chronische Hautkrankheit. Die Schulmedizin erklärt sie heute durch ein Zusammenspiel von Defekten in der Hautbarriere und einem überaktiven Immunsystem. Die Immunantwort ähnelt dabei häufig einer allergischen Reaktion. Das Zusammenspiel von Barrieredefekten, überschießenden Immunreaktionen und Veränderungen des Hautmikrobioms bietet vielfältige Ansatzpunkte für neue schulmedizinische Therapien.

Ein Beitrag von Dr. Larissa Tetsch
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Eine der wichtigsten Aufgaben der Haut ist es, unseren Körper gegenüber der Umwelt abzugrenzen. Gelingt ihr das nicht oder nicht ausreichend, können verschiedene Hautkrankheiten entstehen. Eine davon ist die atopische Dermatitis bzw. das atopische Ekzem, auch bekannt unter dem Namen Neurodermitis. Die Bezeichnung verweist auf eine Beteiligung des Nervensystems, da lange vermutet worden war, dass es sich bei der atopischen Dermatitis um eine Nervenentzündung handelt. Diese Auffassung ist inzwischen widerlegt worden, weshalb Bezeichnungen, die die Krankheit dem atopischen Formenkreis zuordnen, korrekter sind. Unter einer Atopie versteht man eine angeborene Neigung des Immunsystems, auf an sich harmlose Reize mit einer überzogenen Antwort zu reagieren.

Bei der atopischen Dermatitis handelt es sich um eine schubweise auftretende, chronisch-entzündliche Hautkrankheit, die mit starkem Juckreiz und sehr trockener Haut einhergeht. Betroffen sind vor allem das Gesicht, die Kopfhaut, die Armbeugen und die Kniekehlen. Der starke Juckreiz ist für die Betroffenen oft extrem belastend und kann zu Schlafentzug und Leistungsabfall führen. Die geröteten, schuppigen Hautstellen werden darüber hinaus oft als sozial stigmatisierend empfunden.